ARCH LINUX Dokumentation

Copyright © 2002,2003 Judd Vinet  <jvinet@zeroflux.org>

Fri Aug 8 18:11:38 2003

Zusammenfassung:

Dies ist die allgemeine Benutzeranleitung der ARCH LINUX Distribution, Version 0.5 Nova, übersetzt aus dem englischen Original von Dennis Herbrich (herbrich@veloxis.de).


Inhalt

1 EINLEITUNG

1.1 Was ist ARCHLINUX?

Arch Linux ist eine auf den i686 optimierte Linux Distribution, welche ursprünglich auf den Konzepten von CRUX, einer grossartigen Distribution von Per Lidén, basiert.

Arch ist schnell, schlank, flexibel und simpel. Das sind keine besonderen Schlagwörter, aber sie sind wahr. Arch ist auf den i686 Prozessor optimiert, so dass man mehr aus seinen CPU-Zyklen herausholen kann. Sie ist schlank im Vergleich zu RedHat und Konsorten, und ihr einfaches Design macht es leicht sie zu erweitern und in das System zu wandeln, welches Sie gerade benötigen.

Dies wird unterstützt durch eine leicht bedienbare Paketverwaltung, die nicht übermässig komplex ist (ich kann beinahe das komplette Teil in bash schreiben), und ein simples Bausystem welches hoffentlich die Benutzer dazu reizt ihre eigenen Pakete zu erstellen (Arch Build System). Das gesamte System neu zu kompilieren beschränkt sich auf ein einfaches 'makeworld'.

Arch Linux versucht die jeweils aktuellste stabile Version der angebotenen Software zur Verfügung zu stellen. Wir unterstützen von Hause aus ein recht sparsames Paketset mit einer wachsenden Anzahl von optionalen Paketen, die von mir und anderen AL Entwicklern erstellt werden.

Mit der Zielsetzung einfach, flexibel, etc. zu bleiben, habe ich Per's Ideologien übernommen und die relativ nutzlosen Komponenten eines Linux Systems entfernt, Dinge wie /usr/doc und die info Seiten. Meiner eigenen Erfahrung nach werden sie selten genutzt, und äquivalente Informationen können über das Internet bezogen werden, wenn es sein muss. Manpages reichen vollkommen aus.

Arch Linux versucht fürderhin einige der neueren Features, die Linux zu bieten hat, einzubinden, wie z.B. ext3/reiserfs und devfs Unterstützung.

1.2 Lizenz

ARCH LINUX und alle dazu gehörenden Pakete, Dokumentationen und Skripte sind urheberrechtlich geschütztes Eigentum von Judd Vinet, und sind lizensiert unter den Bedingungen der GNU Public License.

1.3 Credits und Feedback

Dieses Dokument basiert zu grossen Teilen auf der Arbeit von Judd Vinet (judd@archlinux.org). Kleine Korrekturen und ein Batzen Modifikationen und Neuerungen wurden von Dennis Herbrich (dennis@archlinux.org) vorgenommen, der als für die Dokumentation zuständig betrachtet werden darf. Korrekturen und Vorschläge sollten wenn möglich direkt in den Bugtracker auf http://www.archlinux.org/phpbt/ gefüttert, oder per eMail direkt an Dennis geschickt werden. Eine immense Anzahl von Leuten hat und wird zur Entstehung der offiziellen ARCH LINUX Dokumentation beitragen indem sie auf Verbesserungen und Korrekturen aufmerksam machen, viel zu viele um alle aufzulisten. Ihr wisst wer ihr seid, und ohne eure Hilfe wäre es praktisch unmöglich das hier aktuell zu halten und zu verbessern!

1.4 Änderungshistorie

2003-08-08 16:30 CEST

2003-07-22 11:15 CEST
Eine FAQ hinzugefügt, die ein potentielles Problem bei der Installation durch nicht gemountete Partitionen erläutert. (ladislav)

2003-07-20 01:00 CEST 2003-07-18 23:50 CEST
Abschnitt über die Verwendung von /etc/conf.d/ hinzugefügt. (andy)

2003-07-18 19:30 CEST 2003-07-18 13:00 CEST
Erste Veröffentlichung der offiziellen Nova-Dokumentation.

2 Installation von ARCH LINUX

2.1 Vorbereitungen

ARCH LINUX ist für den i686 Prozessor optimiert, und wird nicht auf älteren x86 Plattformen (i386,i486,i586) laufen. Ein Pentium II Prozessor oder besser wird vorausgesetzt.

Bevor Sie ARCH LINUX installieren sollten Sie sich entscheiden, welche Installationsmethode sie verwenden möchten. ARCH LINUX stellt ein bootbares .iso Image für eine CD-ROM-basierende Installation, sowie drei Diskettenimages für die FTP-Installation zur Verfügung. Mit der Release von Nova können Sie auch ein ''base'' ISO herunterladen, welches nur das ''base'' Paketset zur Verfügung stellt aber davon ab identisch zum vollen ISO ist.

ACHTUNG: Wenn Sie von einem SCSI CDROM Laufwerk installieren möchten, stellen Sie sicher, dass Sie das ISO Image mit SCSI Kernel verwenden, da Sie sonst einem Henne-Ei Problem anheim fallen werden. Die Kernelmodule die zum Zugriff auf das SCSI CDROM Laufwerk notwendig sind befinden sich nämlich, jawoll, auf der CD. Falls Sie bereits die IDE Version des ISO Images heruntergeladen haben und keine sonderliche Lust darauf haben das für SCSI noch einmal zu tun, können Sie alternativ nur die modules.img Datei vom ArchLinux Server herunterladen und auf eine Diskette schreiben von der Sie dann mit dem ''loadmods'' Kommando die Module installieren können.

Wenn Sie kein CD-ROM-Laufwerk zur Verfügung haben, müssen Sie wohl zwangsläufig mit der 3-Floppy-Variante und einer FTP Installation auskommen. Ansonsten besorgen Sie sich eine bootbare Arch Installations-CD, entweder durch Herunterladen und Brennen des aktuelles ISOs von einem der unten gelisteten Mirrors, oder lassen Sie einen Bekannten eine Kopie der CD anfertigen, wenn ihre Einwahlverbindung nicht die nötige Bandbreite aufweist oder sie keinen Brenner besitzen.

Sie können auch mit der CD eine FTP Installation durchführen; Die Floppy-Variante ist nur als letzte Rettung gedacht, da sie schmerzhaft langsam ist und Disketten erfahrungsgemäss öfter defekt als intakt sind.

Ferner können Sie bedenkenlos eine ältere ISO Version zur Installation verwenden, da ein Update auf den current-Zweig sehr schmerzfrei verläuft wenn das Basissystem erst einmal installiert wurde. Zumindest wenn Sie über eine breitbandige Internetverbindung verfügen.

Bisher NICHT implementiert ist die Einrichtung einer direkten PPP Verbindung zum Internet während des Installationsprozesses, da der benötigte pppd Daemon und die ISDN Utilities nicht im root disk image enthalten sind. Für eine erfolgreiche FTP Installation brauchen Sie einen Gateway im LAN, der alle Anfragen des zu installierenden PCs in das Internet weiterleitet. Alternativ können Sie natürlich auf einen entsprechend eingerichteten FTP Server in ihrem LAN einrichten, von dem dann installiert werden kann. Der Punkt ist, dass Sie kein Modem an den PC hängen und dann mit dem Installer eine PPP Verbindung zu ihrem Provider herstellen können. Es wird nicht funktionieren.

Die anfängerfreundlichste Methode ARCH LINUX zu installieren ist ohne Zweifel die Installation des Basissystems und allem, was sie zur Herstellung einer Onlineverbindung brauchen, von CD, um dann ein komplettes Systemupdate durchzuführen und weitere Pakete aufzuspielen, nachdem Sie die PPP Verbindung konfiguriert haben.

WARNUNG! Eine weitere Tatsache, der Sie sich unbedingt bewusst sein sollten ist bevor Sie versuchen ARCH LINUX zu installieren ist, dass der Installer ihnen einige Fragen stellen wird bezüglich welche Module sie laden wollen und welche Änderungen sie in bestimmten, systemkritischen Konfigurationsdateien vornehmen möchten, wie z.B. der lilo.conf oder der rc.local. Der Installer wird Sie nicht an der Hand durch jedwede denkbare und undenkbare potentielle Konfigurationsmöglichkeit führen, es wird vorausgesetzt, dass Sie wissen was sie wo einfügen und wo weglassen. Das ist eine ziemliche Herausforderung für einen Anfänger, falls ihnen das also schon Angst macht, lesen sie dieses gesamte Dokument gründlich durch um wenigstens eine ungefähre Vorstellung davin zu bekommen, was auf sie zu kommt, und stellen Sie ggf. Fragen im IRC, im Forum oder einem Linuxguru in ihrer Nachbarschaft um irgendwelche Unklarheiten auszuräumen bevor Sie ihr System zeschiessen. Sie können sich natürlich auch mutig in die Schlacht werfen und einfach drauflos probieren bis es funktioniert, aber erzählen Sie mir dann nicht nachher, ich hätte sie nicht gewarnt. Nachdem das gesagt wurde; Es ist eigentlich gar nicht so schlimm wie es aussieht. ;)

2.1.1 Was Sie Benötigen Werden

  
2.1.2 ARCH LINUX Besorgen

Sie können ARCH LINUX von einem der Mirrors auf der Download Seite herunterladen. Wenn Sie die Diskettenimages für eine FTP-Installation herunterladen wollen, stellen Sie sicher, dass Sie einen Mirror auswählen, der diese auch anbietet. Analog wählen Sie für die Installation von CD einen Mirror, der das ISO Image anbietet.

Zu Referenzzwecken werden hier die Mirroradressen gelistet (beachten Sie, dass diese Adressen mittlerweile veraltet sein könnten; Konsultieren Sie die Webseite für eine aktuelle Liste):

DOWNLOAD MIRRORS  
http://prdownloads.sourceforge.net/archlinux/ ISO
ftp://ftp.du.se/pub/mirrors/sourceforge/archlinux/ ISO
ftp://fernplace.ath.cx/pub/archlinux ISO
ftp://ftp.fsn.hu/pub/CDROM-Images/archlinux ISO
ftp://ftp.comu.edu.tr/pub/linux/dagitim/archlinux ISO
ftp://ftp.ibiblio.org/pub/linux/distributions/archlinux ISO/Packages
ftp://ftp.webtrek.com/pub/mirrors/archlinux ISO/Packages
ftp://ftp.archlinux.org/ ISO/Packages
ftp://ftp.mpi-sb.mpg.de/pub/linux/mirror/ftp.ibiblio.org/pub/Linux/distributions/archlinux ISO/Packages
ftp://ftp.oit.unc.edu/pub/Linux/distributions/archlinux ISO/Packages
ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/sunsite.unc-mirror/distributions/archlinux ISO/Packages
ftp://saule.mintis.lt/pub/linux ISO/Packages
ftp://gd.tuwien.ac.at/opsys/linux/archlinux ISO/Packages

2.1.3 Vorbereitung Der Installationsmedien

  
2.1.3.1 FTP Installation

  1. Laden Sie images/boot.img herunter (Pfad relativ zum Mirror-Root)
  2. Laden Sie images/root.img herunter
  3. Laden Sie images/modules.img herunter
  4. Greifen Sie sich drei Disketten, und schreiben sie die Images darauf:
        (erste Diskette einlegen)
        # dd if=boot.img of=/dev/fd0
        (zweite Diskette einlegen)
        # dd if=root.img of=/dev/fd0
        (dritte Diskette einlegen)
        # dd if=modules.img of=/dev/fd0
    
    (Hinweis: Wenn Sie diese Images auf einem Windows-Rechner schreiben wollen, laden Sie sich rawrite.exe herunter und benutzen dieses stattdessen)

  5. Notieren Sie sich ihre Netzwerkeinstellungen, damit Sie diese nachher im Setup eingeben können, wenn sie über FTP installieren möchten:

2.1.3.2 CD Installation

  1. Laden Sie 0.5/iso/i686/arch-0.4.iso herunter (Pfad relativ zum Mirror-Root)
  2. Laden Sie 0.5/iso/i686/arch-0.4.md5sum herunter
  3. Prüfen Sie die Integrität des .iso Images mit md5sum:
        # md5sum --check arch-0.5.md5sum
        arch-0.5.iso: OK
    
  4. Brennen Sie das .iso Image auf eine leere CD-R (Die genaue Durchführung dieses Schrittes hängt vom Betriebssystem und der Software ab, die Sie nutzen)
Wenn Sie von einem SCSI CDROM Laufwerk installieren möchten, laden Sie sich unbedingt das mit einem zusätzlich im Namen vorhandenen ''-scsi'' herunter!

  
2.2 Installation von CD

Sie können diesen Abschnitt komplett üeberspringen und direkt zu den FTP Installationsanweisungen wechseln wenn Sie nicht die CD als Paketquelle verwenden. Das gilt auch, wenn Sie die CD nur genutzt haben, um den Installationsprozess zu starten, aber die Pakete später von einem FTP Server beziehen möchten.

  1. Starten Sie ihren Computer mit der CD im Laufwerk. Stellen Sie sicher, dass das BIOS so eingestellt ist, dass es von CD bootet. Lesen Sie das Handbuch des Motherboards oder wenden Sie sich an den Verkäufer wenn sie keine Ahnung haben wie sie das überprüfen. Drücken Sie Enter wenn von CD gestartet wird und das LILO Prompt erscheint, wo sie ggf. notwendige Kernelparameter eingeben können, und Sie gelangen in eine root shell. Normalerweise müssen sie am Prompt nichts besonderes eingeben.

  2. Wenn irgendwelche Hardware die zur Installation benötigt wird noch nicht verfügbar ist, weil die entsprechenden Module noch nicht geladen wurden, führen Sie den Befehl loadmods /dev/cdroms/cdrom0 aus, um die Module von CD in das Dateisystem zu kopieren. Ignorieren Sie evtl. auftretende VFS Warnmeldungen, sie beeinträchtigen nicht die Kopie der Module. Danach können Sie wie üblich mit modprobe die notwendigen Module laden. Sie müssen die korrekten SCSI Module laden, wenn Sie auf eine SCSI Festplatte installieren wollen! Wenn Sie sich nicht sicher sind welches Modul sie dazu laden müssen, probieren sie einfach alle verfügbaren aus mit dem Befehl for i in /lib/modules/2.4.21/kernel/drivers/scsi/*; do modprobe $i; done. Nach kurzer Zeit können Sie dann mit emphlsmod die geladenen Module anzeigen lassen und sich notieren, da sie diese Information noch benötigen werden. Analog gehen Sie natürlich auch vor wenn sie zum Beispiel auf eine RAID Festplatte installieren möchten. Wenn Sie sich nicht sicher sind was für Hardware Sie in ihrem System haben oder welche Module sie laden sollen, fragen Sie jemanden der es herausfinden kann, oder suchen sie im Internet nach den notwendigen Informationen bevor sie mit der Installation fortfahren. Diese Anleitung kann Ihnen hier nicht weiter helfen.

  3. Mit den Shellwerkzeugen können erfahrene Nutzer die Festplatte oder andere Hardware vor der eigentlichen Installationsroutine einrichten und vorbereiten. Sie können diesen Schritt geflissentlich ignorieren wenn Sie keine unmittelbare Notwendigkeit sehen weitere manuelle Eingriffe durchzuführen.

  4. Jetzt können Sie mit /arch/setup das Installationsprogramm starten. Nach einigen Infos und der Wahl von ''CD-ROM'' als Installationsquelle wird Ihnen das Installationsmenü präsentiert. Gehen Sie die Optionen Schritt für Schritt durch um eine reguläre CD Installation durchzuführen. Sie können jederzeit zur fünften virtuellen Konsole wechseln (ALT-F5) um die Ausgabe der Kommandos, die Setup durchführt, zu kontrollieren. Drücken Sie (ALT-F1) um zur ersten Konsole zurückzukehren, oder die F-Tasten dazwischen wenn Sie eine weitere Konsole öffnen müssen um manuell zu intervenieren.

  5. Prepare Hard Drive (Festplatte vorbereiten) bringt Sie in ein Untermenü. Die erste Option darin lautet Auto-Prepare(automatische Vorbereitung), die ihre Festplatte automatisch in eine /boot, swap und root Partition aufteilt und die Dateisysteme erstellt. Diese Partitionen werden anschliessend automatisch gemountet. Um genau zu sein werden mit dieser Option 3 primäre Partitionen erstellt; eine 30 MB ext2 /boot Partition, 260 MB swap, und schlussendlich der Rest als ext3 root Partition. Die tatsächliche Grösse der Partitionen schwankt etwas durch unterschiedliche Plattengeometrien. Sie können diese Option wählen, wenn Sie nicht viel vom Partitionieren verstehen, aber Achtung: DIES WIRD ALLE DATEN AUF IHRER FESTPLATTE LÖSCHEN! Lesen Sie die Warnung des Installers sehr aufmerksam, und stellen Sie sicher, dass die korrekte Festplatte geloescht wird! Eine Möglichkeit das zu überprüfen wäre es, eine weitere Konsole zu öffnen (ALT-F2, Enter), um dann am Prompt cfdisk <Name des Device> einzugeben, um einen Blick auf die momentane Partitionstabelle zu werfen, was zum eindeutigen Identifizieren der Festplatte genügen sollte. Drücken sie ''Q'' um zurück zur Shell zu gelangen. Wenn kein Devicename angezeigt wird (''[nichts] will be COMPLETELY ERASED! ...'') und der Installer einen ''Device not valid'' Fehler produziert wenn man dies mit ''YES'' bestätigt, stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Module wirklich geladen wurden, wenn es sich um eine SCSI, RAID, etc. Platte handelt. Sie können die Module auch jetzt noch einfach laden indem sie auf ein anderes Terminal wechseln, dort die notwendigen Befehle eingeben, und dann zurück zum Installerprozess auf Terminal Eins wechseln.

    Wenn Sie die Partitionierung lieber manuell erledigen möchten, wählen Sie nacheinander die anderen beiden Optionen, Partition Hard-Drives (Festplatten partitionieren) und Set Filesystem Mountpoints (Mountpunkte festlegen), um das Ziellaufwerk manuell vorzubereiten. Ansonsten wählen sie Return to Main Menu wenn Sie die automatische Vorbereitung gewählt haben. 

  6. Partition Hard Drives (Festplatten partitionieren) sollte nicht gewählt werden, wenn sie bereits die automatische Partitionierung durchgeführt haben. Ansonsten können Sie die Festplatte(n) auswählen, die sie partitionieren möchten, woraufhin das Programm cfdisk gestartet wird, mit dem Sie frei nach Gusto Partitionsdaten modifizieren und mit [Write] und [Quit] übernehmen können.

  7. Set Filesystem Mountpoints (Mountpunkte bestimmen) ist der nächste Schritt wenn Sie ihre Festplatte nicht automatisch haben partitionieren lassen. Sie sollten diesen Punkt erst auswählen wenn die Partitionstabelle der Festplatte(n) ihren Wünschen entsprechend im vorigen Schritt erstellt wurde, oder bereits bestand. Als erstes muss eine Partition ausgewählt werden, die als swap benutzt werden soll, und daraufhin die Partition, die ihr root stellen wird. Wenn Sie die Dateisystem-Frage mit ''yes'' beantworten, werden Sie zudem noch vor die Wahl gestellt, welches Dateisystem auf der root Partition angelegt werden soll. Danach werden Sie noch aufgefordert, ggf. weitere Partitionen zu mounten; Selektieren sie die Partition, wählen Sie ein Dateisystem (wenn eines erstellt werden soll), und bestimmen sie den Mountpunkt. Wiederholen Sie das für jede gewünschte Partition, und bestätigen Sie ihre Wahl durch das selektieren von ''DONE''. Dann wird die swap Partition aktiviert, und die anderen Partitionen ggf. mit dem gewünschten Dateisystem formatiert und in den gewählten Stellen gemountet. Für jede ausgewählte Partition werden Sie einzeln aufgefordert zu bestimmen, ob auf dieser ein neues Dateisystem erstellt werden soll, und wenn ja, welches. Wenn Sie auf einer Partition kein Dateisystem erstellen, wird diese vom Installer nicht weiter tangiert werden. Das Erstellen eines Dateisystems löscht andererseits alle auf dieser Partition gespeicherten Daten, also passen Sie gut auf! Wenn Sie unsicher bei der Wahl des Dateisystems sind ist ext3 normalerweise eine gute Wahl, aber nutzen Sie ext2 für maximale Kompatibilität und reiserfs wenn Sie wissen, was sie tun. Verlassen Sie wenn Sie fertig sind das Menü, und fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort.

  8. Select Packages (Paketauswahl) lässt Sie die Pakete auswählen, die von der CD installiert werden sollen. Bevor Sie das tun können müssen Sie dem Installer aber noch mitteilen, ob dieser die CD selbst mounten soll oder ob Sie bereits manuell die Paketquelle im /src Verzeichnis gemountet haben. Wählen Sie entsprechend ihrer Einstellungen. Normalerweise wird die Quelle ''CD'' sein, woraufhin Sie das Laufwerk auswählen müssen, in dem sich die Installations CD befindet. Sobald das Medium gefunden wurde werden Sie in die Paketkategorienselektion gelangen. ''BASE'' sollte in jedem Fall selektiert bleiben, aber sonst können Sie beliebige Kategorien auswählen die die Pakete enthalten die Sie installieren wollen. Beachten Sie, dass die folgende Individualpaketselektion ausschliesslich Pakete aus den Kategorien zur Auswahl anbietet, die Sie hier selektiert haben, so dass Sie falls nur ''BASE'' selektiert ist, auch nur Pakete aus der Kategorie ''BASE'' hinzufügen können. Um also alle verfügbaren Pakete anzuzeigen, selektieren Sie hier einfach alle Kategorien. Die folgende Frage kann leicht missverstanden werden; Prinzipiell müssen Sie sich nur entscheiden ob alle Pakete die den von ihnen gewählten Kategorien angehören selektiert werden sollen oder nicht. Wenn Sie ''YES'' wählen, werden in der Individualliste alle Pakete selektiert sein, und ihre Aufgabe ist es entsprechend die Pakete zu entfernen, die Sie nicht installieren wollen, und wenn Sie ''NO'' wählen, starten Sie mit einer Paketliste in der nur die BASE Pakete selektiert sind und Sie weitere Pakete explizit auswählen müssen. Hier ''NO'' zu wählen ist normalerweise eine gute Idee, auch für Anfänger. Es wird empfohlen nur alle base Pakete zu installieren. Kümmern Sie sich im Augenblick nicht um alle Pakete, die sie gerne haben möchten, es ist leichter den Rest zu installieren sobald die Basispakete installiert sind und das System gebootet werden kann. Als einzige Ausnahme dieser Regel gelten Pakete, die zum Herstellen einer Internetverbindung benötigt werden. Diese Pakete heissen normalerweise:
      dhcpcd (base) 
        Selektieren, wenn ihr Rechner ein DHCP Client ist.
      isdn4k-utils (network)
        Selektieren, wenn Sie ISDN Dialup verwenden.
      ppp (daemons) 
        Selektieren, wenn Sie ein analoges Modem verwenden.
      rp-pppoe (network)
        Selektieren, wenn Sie DSL "Dialup" verwenden.
    
    Selektieren Sie diese Pakete ruhig, ansonsten müssen Sie sie von der CD nachinstallieren, wenn das eigentliche System läuft, was ein wenig länger dauert als hier ein Kreuzchen zu machen.
    Nachdem Sie alle benötigten und sicher nicht benötigten Pakete gewählt haben, verlassen Sie den Selektionsbildschirm und fahren mit dem nächsten Schritt fort. 

  9. Install Packages (Pakete installieren) installiert pacman und alle selektierten Pakete mit ihren Abhängigkeiten auf ihre Festplatte. Wenn sie den ersten Schritt, die Vorbereitung der Festplatte, üebersprungen haben, werden Sie gefragt werden, wo ihr Root-Dateisystem gemountet ist. Dies sollte nur denjenigen passieren, die manuell von der Kommandozeile partitioniert und Dateisysteme erstellt haben, und diese Leute müssen hier das Verzeichnis angeben, in dem das Installations-Root von ihnen gemountet wurde. Standardmässig mountet der Installer das Root und darunter liegende Verzeichnisse in /mnt. Fehler während der Installation finden sich auf Terminal Fünf. Nachdem die Pakete installiert wurden, fahren Sie mit dem nächsten Schritt, der Installation eines Kernels, fort.

  10. Install Kernel (Kernel installieren) wird Sie auffordern ein Kernelimage zur Installation auf ihrem System auszuwählen. Sie haben vier Alternativen:
    1. IDE - Installiert den Standardkernel ausschliesslich mit IDE Unterstützung.
    2. SCSI - Installiert den Standardkernel mit IDE und SCSI Unterstützung.
    3. SRC - Entpackt die originalen Kernelquellen in ein Arbeitsverzeichnis und bereitet alles vor damit Sie einen eigenen Kernel konfigurieren und kompilieren können. Diese Option ist selbstverständlich nur für Leute gedacht die entweder verzweifelt sind oder genau wissen was sie tun. Entweder sind Sie in der Lage selbstständig einen Kernel zu bauen, oder Sie lassen diese Option besser in Frieden.
    4. NONE - Keinen Kernel installieren. Aus welchem Grund auch immer. Wählen Sie diese Option nicht.
     

  11. Configure System (System konfigurieren) Lesen Sie Abschnitt 3.1 für Erläuterungen der Konfigurationsdateien. Höchstwahrscheinlich möchten Sie zumindest die lilo.conf prüfen und ggf. editieren.

  12. Install Bootloader (Bootloader installieren) Dies installiert einen Bootloader auf ihrer Festplatte, wobei Sie sich zwischen GRUB (Standard) oder LILO entscheiden können. Stellen Sie sicher, dass sie die jeweilige Konfigurationsdatei im vorigen Schritt richtig editiert haben, bevor Sie diesen Punkt auswählen. Wenn sie LILO wählen wird anhand ihrer Konfigurationsdatei der Bootloader automatisch ohne weitere Angaben installiert, wohingegen GRUB bei der Installation nach der Partition fragt, in die der boot record geschrieben werden soll. Diese Abfrage entspricht bei LILO der ''boot'' Option, und sollte im Allgemeinen mit der Auswahl des ''[...]/disc'' Punktes der gewünschten Festplatte beantwortet werden. Detailliertere Fehlermeldungen finden Sie wie immer auf VT5.

  13. Fertig! Beenden Sie das Installationsprogramm, nehmen Sie die CD aus dem Laufwerk, tippen sie reboot in die Kommandozeile und hoffen Sie das Beste!

  14. Wenn alles glatt geht, möchten Sie jetzt als erstes ein Passwort für den root Benutzer setzen und einen normalen Benutzer zum System hinzufügen. Lesen Sie Abschnitt 3.3. Danach möchten Sie vermutlich eine Internetverbindung herstellen, und daher ab Abschnitt 3.4 weiterlesen.

2.3 Installation Über FTP

  1. Starten Sie ihren Computer mit der boot Diskette im Laufwerk. Nach einigen knirschenden Geräeuschen sollten Sie bei einem LILO Prompt angelangt sein. Drücken Sie Enter um den Bootprozess fortzusetzen nachdem Sie ggf. notwendige Kernel Parameter angegeben haben. Auf halbem Weg werden Sie diese Meldung erhalten:
      VFS: Insert root floppy disk to be loaded into RAM disk and press ENTER
    
    Legen Sie dann die root Diskette ein und drücken Sie Enter. Nach ein bisschen mehr Geratter werden Sie in der Shell landen. Da Sie ihr Netzwerkmodul für die Installation brauchen werden, sollten Sie dieses jetzt von der modules Diskette laden. Legen Sie die modules Diskette ein, und starten sie:
      # loadmods /dev/floppy/0
    
    Nach einer Weile sind alle Kernelmodule in das Dateisystem entpackt. Wenn das Verzeichnis /tmp/modules/ nach diesem Befehl immer noch leer ist und einige Fehler gemeldet wurden, ist ihre Diskette höchstwahrscheinlich defekt. Erstellen Sie eine neue Moduldiskette, und versuchen sie es erneut. Ein Neutstart ist in diesem Fall nicht notwendig, nur das erneute Ausführen des obigen Befehls.

    Als Alternative zu diesem Diskettenjonglieren können Sie auch wie in Abschnitt 2.2 beschrieben den Rechner von CD booten, und wieder hierher zurückkommen sobald Sie bereit sind den Installationsprozess zu starten.

  2. Wenn Sie wissen, welches Ethernetmodul sie brauchen, sollten Sie es jetzt wie üblich mit dem modprobe Befehl laden. Falls nicht machen Sie einfach beim nächsten Schritt weiter, der Installer wird versuchen das richtige Modul automatisch zu laden.

  3. Jetzt können Sie mit /arch/setup das Installationsprogramm starten. Nach einigen Infos wird Ihnen das Installationsmenü präsentiert. Gehen Sie die Optionen Schritt für Schritt durch um eine reguläre FTP Installation durchzuführen. Sie können jederzeit zur fünften virtuellen Konsole wechseln (ALT-F5) um die Ausgabe der Kommandos, die Setup durchführt, zu kontrollieren. Drücken Sie (ALT-F1) um zur ersten Konsole zurückzukehren.

  4. Configure Network (Netzwerk konfigurieren) erlaubt es ihnen ihr Netzwerkinterface manuell oder per dhcp zu konfigurieren. Wenn noch kein eth0 Device verfügbar ist, wird der Installer sie fragen, ob er versuchen soll automatisch ein passendes Modul zu laden. Wählen sie YES, wenn das ihr System nicht völlig aus der Bahn wirft, was nicht passieren sollte, oder NO wenn Sie lieber das Modul manuell laden möchten. Wenn es dem Installer nicht gelingt ein passendes Modul zu laden, und sie keinerlei Ausgabe vorbeizischen sehen, stellen sie sicher, dass der loadmods Befehl vorhin erfolgreich ausgeführt wurde. Wenn Sie sehr wohl Ausgabe vorbeizischen sehen, aber trotzdem ihre Karte nicht gefunden wird, kontrollieren sie den richtigen Sitz der Karte und ob sie überhaupt vom Linuxkernel unterstützt wird. Wenn das richtige Modul geladen wurde, können Sie den Installer bei der darauf folgenden Frage anweisen, die Konfiguration von einem DHCP Server zu beziehen. Wenn der Rechner also mit einem DHCP Server verbunden ist, wählen Sie bei der Frage YES und lassen sie den Rest vom Installer erledigen. Wenn Sie NO wählen, müssen Sie die entsprechenden Netzwerkinformationen, die Sie hoffentlich in Abschnitt 2.1.3 wie empfohlen aufgeschrieben haben, manuell eintragen.

  5. Prepare Hard Drive (Festplatte vorbereiten) folgt dem gleichen Schema wie in Abschnitt 2.2, Schritt 5 beschrieben.

  6. Select Packages (Paketauswahl) wird Sie zuerst auffordern, einen FTP Mirror auszuwählen, von dem die Pakete bezogen werden können. Wenn Sie ganz nach unten scrollen, können Sie unter dem Punkt ''Custom'' auch eine selbstdefinierte Mirroradresse verwenden. Die Adresse des Servers darf nicht mit ''ftp://'' beginnen, tippen Sie einfach nur den Hostnamen ein. Geben Sie hier den Pfad noch nicht an, und hängen sie auch keinen Schrägstrich an das Ende der Serveradresse. Als nächsten Schritt werden Sie bei der Erstellung eines selbstdefinierten Servers nach dem Pfad zu den Paketen gefragt. Die korrekte Einstellung hängt voll von der Konfiguration des angegebenen FTP Servers ab. Nachdem Sie einen Server ausgewählt haben, wird ihnen die Paketliste präsentiert. Lesen Sie Abschnitt 2.2, Schritt 8 für genauere Informationen welche Pakete sie installieren sollten und welche nicht.

  7. Install Packages (Pakete installieren) wird alle selektierten Pakete vom FTP Server herunterladen und mit pacman installieren. Wenn sie den ersten Schritt, die Vorbereitung der Festplatte, üebersprungen haben, werden Sie gefragt werden, wo ihr Root-Dateisystem gemountet ist. Dies sollte nur denjenigen passieren, die manuell von der Kommandozeile partitioniert und Dateisysteme erstellt haben, und diese Leute müssen hier das Verzeichnis angeben, in dem das Installations-Root von ihnen gemountet wurde. Standardmässig mountet der Installer das Root und darunter liegende Verzeichnisse in /mnt. Sollte der Dateitransfer aus irgendeinem Grund fehlschlagen, versuchen Sie die betroffenen Pakete zu deselektieren und den Installationsvergang erneut zu starten.

    WARNUNG!
    Wenn 0.4 nicht die aktuelle Version ist, können allerlei obskure Fehler auftreten wenn Sie das ''current'' Repository eines FTP Servers zur Installation verwenden, da ggf. Inkompatibilitäten eingeführt wurden. Entweder definieren Sie einen FTP Server dessen Pfad auf passende 0.4 Pakete zeigt, oder sie benutzen einfach nicht eine alte 0.4 Bootdisk/CD um die aktuelle Release zu installieren. Vielleicht sind Sie in der Lage die entstehenden Probleme irgendwie zu beheben, aber sicherlich wollen Sie das nicht wirklich. Überlegen Sie sich den Download der aktuellen Disketten- oder CD-Images.

    Nachdem die Pakete installiert wurden, werden Sie gefragt werden, ob sie den Standardkernel installieren möchten, was Sie mit YES beantworten sollen sofern sie keinen enorm guten Grund haben es nicht zu tun. Details zum Installationsprozess finden sich auf Terminal Fünf.

  8. Edit Config Files (Konfigurationsdateien editieren) Lesen Sie Abschnitt 3.1 für Erläuterungen der Konfigurationsdateien. Höchstwahrscheinlich möchten Sie zumindest die lilo.conf prüfen und ggf. editieren.

  9. Install Bootloader (Bootloader installieren) Dies installiert einen Bootloader auf ihrer Festplatte, wobei Sie sich zwischen GRUB (Standard) oder LILO entscheiden können. Stellen Sie sicher, dass sie die jeweilige Konfigurationsdatei im vorigen Schritt richtig editiert haben, bevor Sie diesen Punkt auswählen. Wenn sie LILO wählen wird anhand ihrer Konfigurationsdatei der Bootloader automatisch ohne weitere Angaben installiert, wohingegen GRUB bei der Installation nach der Partition fragt, in die der boot record geschrieben werden soll. Diese Abfrage entspricht bei LILO der ''boot'' Option, und sollte im Allgemeinen mit der Auswahl des ''[...]/disc'' Punktes der gewünschten Festplatte beantwortet werden. Detailliertere Fehlermeldungen finden Sie wie immer auf VT5.

  10. Install Kernel folgt dem selben Schema wie bei der CDROM Installation, lesen Sie also bitte die Informationen in Sektion 2.2, Schritt 10.

  11. Fertig! Beenden Sie das Installationsprogramm, nehmen Sie die CD aus dem Laufwerk, tippen sie reboot in die Kommandozeile und hoffen Sie das Beste!

  12. Wenn alles glatt geht, möchten Sie jetzt als erstes ein Passwort für den root Benutzer setzen und einen normalen Benutzer zum System hinzufügen. Lesen Sie Abschnitt 3.3. Danach möchten Sie vermutlich eine Internetverbindung herstellen, und daher ab Abschnitt 3.4 weiterlesen.

3 Systemkonfiguration

  
3.1 Konfigurationsdateien

Dies sind die grundlegenden Konfigurationsdateien für ARCH LINUX. Sie sollten in der Lage sein diese Dateien manuell mit einem Texteditor zu bearbeiten, da es keine GUI Applikationen gibt, die Ihnen helfen würden.

  
3.1.1 /etc/rc.conf

Dies ist die Hauptkonfigurationsdatei von ARCH LINUX. Sie erlaubt die Konfiguration des Keyboards, der Zeitzone, des Hostnamens, des Netzwerks, Dienste, die beim Hochfahren gestartet werden sollen, Profile und mehr. Sie sollten alle Einstellungen in dieser Datei sorgfältig prüfen und vor allem verstehen.:

3.1.2 /boot/grub/menu.lst

Mit der Release von Nova ist GRUB der neue Standardbootloader von ARCH LINUX. Sie sollten daher diese Datei überprüfen und nach ihren Vorgaben modifizieren wenn Sie GRUB einsetzen möchten, ansonsten lesen Sie den nächsten Abschnitt über die Konfiguration von LILO.

GRUB zu konfigurieren ist recht leicht; Die grösste Hürde ist, dass es ein weiteres, eigenes Namensschema für Geräte nutzt welches sich vom DevFS und /dev System unterscheidet. Ihre Festplatten als Ganzes werden mit ''(hd0)'', ''(hd1)'', usw. sequentiell durchnummeriert in der Reihenfolge des Auftauchens am IDE Bus, genau wie die ''disc0'', ''disc1'', usw. Verzeichnisse im DevFS. Partitionen werden wie mit ''(hd0,0)'', ''(hd0,1)'', usw. angesprochen, wobei ''0'' die erste Partition referenziert. Ein paar Beispiele für die Umstellung sind in der installierten menu.lst enthalten um das Verständnis zu erleichtern.

Sobald Sie das Konzept der Gerätbenennung verstanden haben, brauchen Sie nur noch einen hübschen ''title'' für ihre Bootsektion aussuchen, die passende Partition als Parameter für die ''root'' Option eintragen damit diese als / beim Bootup gemountet wird, und eine ''kernel'' Zeile erstellen, die die Partition und den Pfad zum Kernelimage sowie Kernelparameter enthalten muss. Die Standardeinstellungen sollten funktionieren, prüfen Sie einfach sicherheitshalber ob die gewählten Partitionen in der root und kernel Zeile korrekt sind.

Zur fortgeschrittenen Konfiguration anderer Betriebssysteme lesen Sie bitte die im Internet verfügbare GRUB Manual.

3.1.3 /etc/lilo.conf

Dies ist die Konfigurationsdatei für den Bootloader. Prüfen Sie gründlich die Richtigkeit der Einstellungen. Lesen Sie die LILO Dokumentation für genauere Informationen. Dinge, die Sie überprüfen sollten, sind die ''root='' Zeilen in den image Sektionen und die ''boot='' Zeile am Anfang der Datei. Die root Zeilen spezifizieren das Device welches beim Bootup als Rootverzeichnis gemountet werden soll. Wenn Sie nicht wissen was hier stehen muss, wechseln Sie auf ein anderes Terminal und tippen Sie ''mount'' um eine Liste der momentan gemounteten Verzeichnisse zu sehen, und suchen Sie eine Zeile in der ein Devicename ''on /mnt type [...]'' gemountet ist. Das Device am Anfang dieser Zeile sollte in den root Zeilen ihrer lilo.conf stehen. Ändern Sie es falls notwendig.

Die boot Zeile sollte in den meisten Fällen in Ordnung sein. Wenn Sie nicht gerade ein seltsames Bootmanager-Szenario mit mehreren Betriebssystemen im Kopf haben, sollte das hier referenzierte Device mit dem Device in den root Zeilen übereinstimmen, abgesehen davon, dass am Ende statt eines ''part1'' ein ''disc'' stehen sollte. Das referenziert die Festplatte als Ganzes anstelle nur einer bestimmten Partition, und weist LILO an den boot sector in den Master Boot Record zu schreiben, was man normalerweise möchte. Falls Sie das nicht möchten, können Sie immer noch im Nachhinein den überschriebenen Bootsektor des anderen Betriebssystems reparieren. Um auf der sicheren Seite zu sein sollten Sie ferner die ''lba32'' Option direkt unter der ''prompt'' Option in eine neue Zeile einfügen. Das behebt potentielle Probleme mit der Sektorengrenze von Festplatten.

Abhängig von ihrem BIOS kann es passieren, dass LILO nicht startet sondern nur einen Fehlercode endlos ausspuckt. In den meisten Fällen haben Sie dann die notwendige lba32 Option vergessen oder ihr Hardware-Setup ist etwas speziell, soll heissen das CDRom ist primary master während die Installationsplatte secondary slave ist. Das kann durchaus ihr BIOS verwirren und einen Bootup verhindern. Um auf der sicheren Seite zu sein definieren Sie die Installationsplatte als primary master am IDE Bus. Wenn Sie ein gemischten IDE und SCSI System haben, müssen Sie für ein funktionierendes Mapping wohl ein wenig mit den disk und bios Optionen von LILO experimentieren. Die Laufwerke ihres Systems werden mit 0x80 beginnend durchnummeriert. Wenn Sie Glück haben teilt ihnen ihr SCSI-Controller mit, welches Laufwerk welche BIOS ID hat, aber oft ist das nicht der Fall. Wie die Laufwerke letztlich nummeriert werden hängt leider ausschliesslich von Ihrem BIOS ab, und im schlimmsten Fall können Sie nur so lange an dem Wert drehen bis es funktioniert. Eine typische disk Zeile sieht zum Beispiel so aus:

   boot=/dev/discs0/disc0/disc
   disk=/dev/discs0/disc0/disc bios=0x80
Die ''disk'' Option mapped eine BIOS ID auf ein Linux bekannted Gerät. Beachten Sie, dass auch diese Option keinerlei garantierten Erfolg verspricht falls noch andere Dinge falsch sind, also verzagen Sie nicht wenn alle ihre Versuche fehlschlagen, sondern arrangieren Sie lieber ihre Hardware auf eine Weise die nicht völlig eigenwillig ist. In diesem Bereich kann viel zu viel schief laufen und spezielle Handhaben benötigen, als dass eine Erklärung in diesem Dokument machbar und sinnvoll wäre. In den meisten Fällen reicht die lba32 Option sowieso aus. Alte Festplatten brauchen eher noch etwas ''"Uberzeugungskraft'' bevor sie tun was sie sollen.

Wie man einen LILO Bootsektor von einem Rettungssystem aus erstellt wird später erklärt, im Abschnitt 6.7.

3.1.4 /etc/hosts

Das ist die Datei, in die Sie Hostname/IP Paare von anderen Rechnern im Netzwerk stecken. Wenn ein Hostname nicht im DNS steht, packen Sie ihn hier rein. Normalerweise brauchen Sie an dieser Datei nichts zu ändern, aber möglicherweise möchten Sie den Hostnamen und den Hostnamen + Domain dieses Rechners zusammen mit der passenden IP des Netzwerkinterfaces hier eintragen. Wenn Sie nicht wissen was Sie tun, lassen Sie einfach die Finger von dieser Datei bis Sie man hosts gelesen haben.

3.1.5 /etc/fstab

Ihre Dateisystemeinstellungen und Mountpunkte sind hier gespeichert. Das Installationsprogramm sollte die notwendingen Einträge bereits generiert haben, aber Sie sollten sie nichtsdestotrotz überprüfen um sicherzustellen, dass sie korrekt sind.

3.1.6 /etc/modules.conf

Diese Datei sagt dem Kernel, welche Module für welche Geräte geladen werden müssen. Um den Kernel beispielsweise anzuweisen, dass Realtek 8139 Modul zu laden, wenn das Netzwerk gestartet wird, benutzen Sie diese Zeile:

alias eth0 8139too

3.1.7 /etc/resolv.conf

Bearbeiten Sie diese Datei, um die von Ihnen benutzten Nameserver anzugeben. Sie sollte in etwa so aussehen:

search domain.tld

nameserver 192.168.0.1

nameserver 192.168.0.2

Ersetzen Sie domain.tld und die IP Adressen durch Ihre Werte. Die sog. seach-Domain spezifiziert die Standard-Domain, die an unqualifizierte Hostnamen automatisch angehängt werden soll. So wird z.B. mit den obigen Einstellungen aus einem ''ping myhost'' ein ''ping myhost.domain.tld''. Überlebenswichtig ist diese Einstellung jedoch nicht, und die meisten Leute sollten diese Datei vorerst in Ruhe lassen. Wenn sie DHCP verwenden wird diese Datei automatisch mit den richtigen Daten beim Systemstart erzeugt, so dass Sie diese hier geflissentlich ignorieren können.

3.1.8 /etc/conf.d/*

Einige Daemonskripte haben eine passende Konfigurationsdatei in diesem Verzeichnis die einige mehr oder weniger passende Standardwerte vorgibt. Wenn ein Daemon gestartet wird sourced sich dieser zuerst die Einstellungen aus der Konfigurationsdatei in diesem Verzeichnis und danach die /etc/rc.conf. Das bedeutet, dass Sie leicht jegliche Daemonkonfiguration in der rc.conf zentralisieren können indem Sie die entsprechenden Variablen dort mit den passenden Werten belegen, oder auch die Konfiguration über mehrere Dateien aufteilen wenn Sie Dezentralisierung bevorzugen. Das Leben kann so schön sein wenn es alles aus einfachen Skripten besteht, nicht wahr?

3.2 Bootskripte

ARCH LINUX setzt eine recht simple Bootupsequenz ein die der von *BSD recht ähnlich ist. Als erstes Skript wird /etc/rc.sysinit ausgeführt. Nachdem dieses terminiert, wird /etc/rc.multi aufgerufen (während eines normalen Bootvorgangs). Das letzte zu startende Skript ist /etc/rc.local. Wenn das System im runlevel 1, dem Einzelbenutzermodus gestartet wird, wird anstelle von /etc/rc.multi das /etc/rc.single Skript ausgeführt. Sie werden keine endlose Sammlung von Symlinks in den /etc/rc?.d/ Verzeichnissen finden die die Bootsequenz für alle denkbaren runlevel definiert. Tatsächlich beschränkt sich Arch mit diesem Ansatz auf faktisch nur zwei verschiedene runlevel.

3.2.1 /etc/rc.sysinit

System-Bootskript. Hier werden fuer den Bootup kritische Aufgaben erledigt, wie z.B. das mounten der Dateisysteme, Start des devfsd, Swapaktivierung, Laden von Modulen, Lokalisierungsparameter, etc. Sie werden diese Datei NIEMALS bearbeiten müssen.

3.2.2 /etc/rc.single

Einzelbenutzer-Startup. Wird während eines normalen Starts nicht genutzt. Wenn das System im Einzelbenutzermodus gestartet wird, z.B. mit dem Kernelparameter ''1'' oder während des Mehrbenutzerbetriebes mit dem Befehl ''init 1'', so stellt dieses Skript sicher, dass keinerlei Daemons gestartet sind ausser dem absoluten Minimum; Dem syslogd, klogd und devfsd. Der Einzelbenutzermodus ist sinnvoll, wenn Sie am System empfindliche Änderungen vornehmen, die keinesfalls durch andere Benutzer gestört werden dürfen weil das Datenverlust oder Beschädigungen verursachen könnte. Für Desktop-Benutzer ist dieser Modus normalerweise nutzlos wie Dreck. Auch dieses Skript werden Sie NIEMALS bearbeiten müssen.

3.2.3 /etc/rc.multi

Mehrbenutzer-Startup Skript. Es startet alle Dienste im DAEMONS Array (wird in der /etc/rc.conf gesetzt, siehe Abschnitt 3.1.1), und ruft dann /etc/rc.local auf. Dieses Skript sollten Sie ebenfalls niemals bearbeiten.

3.2.4 /etc/rc.local

Lokales Mehrbenutzer-Startup Skript. Dies ist ein guter Platz für alle Kommandos, die am Ende des Bootvorganges ausgeführt werden sollen. Dies ist das einzige Skript, das Sie bearbeiten sollten, und es stehen Ihnen alle Freiheiten offen hier einzutragen was Sie wünschen. Beachten Sie aber, dass das Laden von Modulen und ähnliche Systemaufgaben oft bereits einen besseren Platz als in der rc.local haben.

3.2.5 /etc/rc.shutdown

System-Shutdown Skript. Es stoppt die Dienste, unmountet die Dateisysteme, deaktiviert den Swap, etc. Nicht zum Bearbeiten gedacht.

3.2.6 /etc/rc.d/

Dieses Verzeichnis enthält die Skripte, die zum Starten der im DAEMONS Array der rc.conf gelisteten Dienste herangezogen werden. Sie können diese Skripte auch nach dem Start des Systems verwenden, um die Dienste auf ihrem Rechner zu verwalten. Zum Beispiel wird das Kommando

/etc/rc.d/postfix stop

den laufenden Postfix daemon stoppen. Natürlich existiert dieses Skript nur, wenn auch das passende Paket installiert wurde. Mit einer grundlegenden Basisinstallation werden Sie nur eine Hand voll Skripte hier finden. Für die Initiierten kann dieses Verzeichnis am besten als Verquickung von /etc/rc3.d/ und /etc/init.d/ anderer Distributionen beschrieben werden, nur ohne das symlink Gehampel.

3.2.7 Allgemeines

Die Bootskripte nutzen die Einstellungen in /etc/rc.conf und ein paar allgemeine Funktionen, welche im /etc/rc.d/functions Skript definiert sind. Wenn Sie ihre eigenen Skripte zum Starten von Diensten schreiben wollen, sollten Sie sich diese Datei und bereits vorhandene daemon Skripte einmal anschauen.

Hinweis: Archs rc.d Skripte unterstützen praktisch nur zwei Runlevel, den Mehrbenutzer und Einzelbenutzermodus, wobei tendenziell nur der erste wirklich gebraucht wird. Theoretisch lassen sich natuerlich das rc.sysinit Skript und die inittab dahingehend modifizieren, dass diese Beschränkung aufgehoben wird, aber das bleibt den erfahrenen oder zumindest mutigen Benutzern vorbehalten.

  
3.3 Benutzerverwaltung

Benutzer und Gruppen können mit den Standardkommandos des util-linux Pakets erstellt und gelöscht werden: useradd, userdel, groupadd, groupdel, passwd und gpasswd. Typischerweise wird ein Benutzer in etwa so angelegt:

 # useradd -m -s /bin/bash johndoe
 # passwd johndoe
Das erste Kommando fügt den Benutzer johndoe dem System hinzu, erstellt für ihn das Heimatverzeichnis /home/johndoe, und platziert dort einige login Dateien mit Standardwerten. Es setzt auch seine login Shell auf /bin/bash. Das zweite Kommando wird Sie auffordern ein Passwort für den johndoe Benutzer einzugeben. Es muss ein Passwort angegeben werden, damit der Benutzer aktiviert wird.

Als Alternative zum useradd Kommando gibt es noch das ''adduser'' Skript, welches ein interaktives Frontend zu useradd darstellt.

Lesen sie die manpages für weiterführende Informationen. Es ist ein gute Idee einen oder mehrere Benutzer für die tägliche Arbeit anzulegen um die verfügbaren Sicherheitsfeatures voll auszunutzen und potentielle Missgeschicke als root zu vermeiden.

  
3.4 Internetzugang konfigurieren

Aufgrund des Fehlens von Entwicklern für Dialup-Unterstützung ist die Einwahl ins Internet über eine Dialupleitung nur rudimentär unterstützt. Stellen Sie wenn irgendwie möglich einen dedizierten Einwahlrouter auf, den Sie auf der Arch box dann als Standardgateway eintragen. Hilfreiche Skripte, die als Startpunkt für eine eigene Konfiguration herhalten könnten, sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhanden, abgesehen von dem paketeigenem adsl-setup von rp-pppoe.

3.4.1 Analoges Modem

Um ein Hayes-kompatibles, externes Analogmodem zu verwenden muss das ppp Paket installiert sein. Bearbeiten Sie die Datei /etc/ppp/options nach ihren Bedürfnissen entsprechend den Hilfen in man pppd. Sie werden ein chat Skript erstellen müssen um ihrem Provider ihren Benutzernamen und ihr Password mitzuteilen, nachdem die Verbindung erfolgreich etabliert wurde. Die manpages zu pppd und chat enthalten auch Beispiele die ausreichen sollten um eine Verbindung herstellen zu können, zumindest wenn Sie entweder erfahren oder stur genug sind. Mit devfs heissen ihre seriellen Anschlüsse /dev/cua0 und /dev/cua1.

3.4.2 ISDN

Eine Verbindung über ISDN erfordert drei Schritte:

  1. Installation und Konfiguration der Hardware
  2. Installation und Konfiguration mit den ISDN Werkzeugen
  3. Providereinstellungen vornehmen
Der aktuelle Arch Standardkernel enthält bereits die meisten notwendigen ISDN Module, so dass Sie ihn nicht neu kompilieren müssen sofern Sie nicht extrem exotische Hardware einzusetzen gedenken. Nachdem Sie die ISDN Karte in ihre Maschine installiert oder ihre USB ISDNBox eingesteckt haben, sollten Sie mit modprobe die passenden Module laden. Praktisch alle passiven ISDN Einbaukarten werden vom ''hisax'' Modul verwaltet, welches zwei Parameter benötigt; type und protocol. Setzen Sie protocol auf ''1'' wenn ihr Land den 1TR6 Standard verwenden, ''2'' wenn EuroISDN (EDSS1) verwandt wird, ''3'' wenn Sie an einer sog. leased-line ohne D-Kanal hängen, oder ''4'' für US NI1. Beachten Sie, dass Sie ihre SPID mit einem Doppelpunkt getrennt and ihre MSN anhängen müssen wenn Sie US NI1 verwenden. Details zu all diesen Einstellungen und wie sie verwendet werden finden Sie in der ISDN FAQ und der Kerneldokumentation die auszugsweise zu Referenzzwecken auf der CD vorhanden sind. Der type Parameter hängt von ihrer Karte ab; Eine Liste aller unterstützten Kartentypen finden Sie in der ''README.HiSax'' Kerneldokumentation. Wählen Sie ihre Karte aus und laden Sie das Modul mit den entsprechenden Optionen:
    # modprobe hisax type=18 protocol=2
Diese Zeile lädt das hisax Modul für meine ELSA Quickstep 1000PCI, welche in Deutschland mit dem EDSS1 Protokoll betrieben wird. Sie sollten einiges an Debuggingausgabe in der /var/log/debug finden, unter anderen auch wie ihre Karte für den baldigen Einsatz initialisiert wird. Wenn Sie eine USB ISDNBox betreiben, müssen Sie höchstwahrscheinlich noch irgendwelche usb Module laden; Welche das genau sind kann ich ihnen aber leider nicht genau sagen, sorry. Nachdem Sie sicherstellen konnten, dass ihre Karte mit den Einstellungen korrekt geladen wird, können Sie die Moduloptionen ihrer /etc/modules.conf folgendermassen hinzufügen:
  alias ippp0 hisax
  options hisax type=18 protocol=2
Alternativ können Sie auch nur die ''options'' Zeile einfügen und dafür ''hisax'' in den MODULES Array der rc.conf aufnehmen. Es ist letztlich egal, aber das obige Beispiel hat den Vorteil, dass das Modul nicht geladen wird bevor es gebraucht wird.

Nach diesen Eskapaden sollten Sie lauffähige, unterstützte Hardware haben. Nun brauchen Sie noch die eigentlichen Werkzeuge um sie auch zu benutzen; Installieren Sie also das isdn4k-utils Paket und lesen Sie aufmerksam die manpage zu isdnctrl um einen Einstieg zu haben. Weiter unten in der manpage finden Sie Erläuterungen zum Format einer Konfigurationsdatei die direkt von isdnctrl interpretiert werden kann, sowie einige Beispiele.

Sie sollten nach der erfolgreichen Konfiguration ihrer ISDN Karte mit dem isdnctrl Programm in der Lage sein sich mit der in der PHONE_OUT Option angegebenen Zielstelle zu verbinden, aber nicht sich mit Benutzername und Passwort anzumelden. Damit dies funktioniert fügen Sie bitte ihre Benutzerdaten in die /etc/ppp/pap-secrets oder die /etc/ppp/chap-secrets wie bei einer normalen PPP Verbindung ein, je nachdem welches Protokoll ihr Provider unterstützt. Im Zweifelsfall tragen Sie ihre Daten in beide Dateien ein.

3.4.3 DSL (PPPoE)

Bevor Sie über DSL online gehen müssen Sie eine Netzwerkkarte installiert haben die mit dem DSL Modem verbunden wird. Beachten Sie, dass diese Intruktionen nur für sie von Bedeutung sind wenn ihr PC sich direkt mit dem Provider verbindet; Sie müssen sonst nur einen korrekten Standardgateway einstellen, wenn Sie einen DSL-Router verwenden, die in letzter Zeit recht viel verkauft wurden. Nachdem Sie also ihre Netzwerkkarte zu ihrer modules.conf oder dem MODULES Array zugefügt haben sollten Sie das rp-pppoe Paket installieren und das darin enthaltene ''adsl-setup'' Skript ausführen um die Verbindung zu konfigurieren. Wenn Sie alle Daten eingegeben haben können Sie sich mit ''/etc/rc.d/adsl start'' ein-, bzw. mit ''/etc/rc.d/adsl stop'' wieder auswählen. Die DSL-Einrichtung ist tendenziell leicht durchzuführen, aber fühlen Sie sich frei bei Fragen in die bei rp-pppoe enthaltenen manpages zu schauen. Um sich direkt beim Bootup einzuwählen, fügen Sie einfach ''adsl'' dem DAEMONS Array hinzu.

4 Paketmanagement

4.1 pacman

Pacman ist der Paketmanager, der jegliche auf ihrem System installierte Software verwaltet. Er unterstützt einfache Abhängigkeiten und nutzt normale tar-gz Archive für alle Pakete. Die häufigsten Aufgabenstellungen werden im folgenden mit den zu benutzenden Kommandos in langer und kurzer Argumentenform erläutert. Für eine aktuelle Übersicht über pacman's Optionen lesen Sie bitte man pacman.

4.1.1 ein neues Paket aus einer Datei installieren

pacman --add foo.pkg.tar.gz
pacman -A foo.pkg.tar.gz

Dieser Befehl installiert das foo.pkg.tar.gz Paket auf dem System. Wenn Abhängigkeiten nicht erfüllt sind, terminiert pacman mit einem Fehler und bemängelt die fehlenden Abhängigkeiten, versucht aber nicht selbstständig diese aufzulösen. Schauen Sie sich die sync Option an wenn Sie diese Funktionalität erwarten.

4.1.2 ein Paket aus einer Datei aktualisieren

pacman --upgrade foo.pkg.tar.gz
pacman -U foo.pkg.tar.gz

Dieser Befehl tut prinzipiell dasselbe wie --add, aber würde ein ggf. bereits installiertes Paket aktualisieren.

4.1.3 Pakete entfernen

pacman --remove foo
pacman -R foo

Dies entfernt alle Dateien, die im Paket foo enthalten sind. Sie brauchen keine Versionsnummer anzugeben.

4.1.4 die Paketliste aktualisieren

pacman --sync --refresh
pacman -Sy

Hiermit besorgt pacman die aktuellen Paketlisten von den in der /etc/pacman.conf definierten Repositories und dekomprimiert diese ins Datenbankverzeichnis. Sie sollten diesen Befehl ausführen, bevor sie --sysupgrade benutzen um sicherzustellen, dass die neuesten Pakete installiert werden können. Je nach den Einstellungen der pacman.conf setzt dieses Kommando eine funktionierende Internetverbindung voraus. Dieses Kommando hat grosse Ähnlichkeit zu Debian's apt-get update.

4.1.5 das System aktualisieren

pacman --sync --sysupgrade
pacman -Su

Dieser Befehl aktualisiert alle Pakete auf ihrem System, die nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, indem die lokalen Paketversionen mit den Versionsnummern der Paketliste, die mit --refresh geholt wurde, verglichen werden. Es ist ein gute Idee diesen Befehl immer mal wieder auszuführen um das System aktuell zu halten. Beachten Sie, dass dieses Kommando NICHT implizit eine aktuelle Paketliste besorgt, so dass es üblicherweise sinnvoll ist beide Kommandos zu verschmelzen:

pacman --sync --refresh --sysupgrade
pacman -Syu

Mit diesen Optionen besorgt sich pacman automatisch die aktuellen Paketlisten und aktualisiert alle installierten Pakete unter automagischer Auflösung aller eventuellen Abhängigkeiten.

4.1.6 ein Paket aus den Repositories aktualisieren/installieren

pacman --sync foo
pacman -S foo

Besorgt das Paket foo inklusive aller fehlenden Abhängigkeiten herunter und installiert dieses. Bevor sie irgendwelche sync Optionen verwenden sollten Sie die Paketliste aktualisiert haben, oder alternativ die Option --refresh, bzw. -y mit angeben um dies vor der Installation zu erledigen. Im Gegensatz zu --add unterscheidet --sync nicht zwischen Installation und Aktualisierung. Je nach den Einstellungen der pacman.conf setzt dieses Kommando eine funktionierende Internetverbindung voraus.

4.1.7 Installierte Pakete anzeigen

pacman --query
pacman -Q

Gibt eine Liste aller auf dem System installierten Pakete aus.

4.1.8 prüfen ob ein bestimmtes Paket installiert ist

pacman --query foo
pacman -Q foo

Zeigt Informationen über das installierte Paket foo an (Grösse, Installationsdatum, Kompilationsdatum, Abhängigkeiten, Konflikte, etc.)

4.1.9 Liste aller in einem Paket enthaltenen Dateien anzeigen

pacman --query --list foo
pacman -Ql foo

Gibt eine Liste aller Dateien aus, die zu Paket foo gehören.

4.1.10 Herausfinden zu welchem Paket eine bestimmte Datei gehört

pacman --query --owns /pfad/zu/datei
pacman -Qo /pfad/zu/datei

Diese Anfrage zeigt den Namen und die Version des Paketes an, welches die Datei enthält die mit ihrem vollständigen Pfad als Parameter angegeben wird.

4.1.11 Mehr über pacman

Sie sollten die pacman manpage (und pacman --help) lesen, um weitere Optionen und Hinweise zum Syntax zu erfahren. Betrachten Sie auch die Konfigurationsdatei (/etc/pacman.conf), in der globale Optionen, Paketquellen und Downloadserver konfiguriert werden können. Auch hier ist die manpage Ihr Freund.

4.2 Zugriff Auf Andere Paketquellen

Eine Paketquelle (Repository) ist eine Sammlung von Paketen und Paket-Meta-Informationen, die in einem lokalen Verzeichnis oder einem entfernten FTP Server hinterlegt sind. Die Standardquelle eines Arch Systems ist das ''current'' Repository. Dieses enthält die neuesten Versionen der meisten Software, und ist ziemlich ''bleeding-edge''. Wenn Sie lieber etwas (vielleicht) stabilere Versionen bevorzugen, können Sie die /etc/pacman.conf editieren um statt dessen das ''stable'' Repository zu verwenden. Lassen sie niemals stable und current unkommentiert, das wird zu allerlei Problemen führen.

Viele Benutzer aktivieren zusätzlich das ''unofficial'' Repository, welches die Pakete enthält, die nicht Teil der offiziellen Distribution sind. Sie können den Zugriff hierauf aktivieren, indem Sie die Kommentarzeichen der entsprechenden Zeilen ihrer /etc/pacman.conf entfernen.

Sie können auch ihre eigenen Paketquellen bauen, aktuell halten und benutzen. Instruktionen finden Sie in der pacman manpage.

5 Arch Build System (ABS)

5.1 Binary vs. Source

Was pacman für die Binary-Seite der Paketverwaltung ist, ist ABS für die Source-Seite: Es hilft Ihnen ihre eigenen Pakete aus Quellcode zu erstellen, oder auch ARCH LINUX Pakete mit eigenen Änderungen neu zu kompilieren. Die Prozedur läuft normalerweise wie folgt ab:

  1. Synchronisieren Sie ihren ABS Baum mit dem Server (starten Sie abs als root)
  2. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis dessen Name sich an dem Paket orientiert, das sie erstellen wollen, in /usr/abs/local.
  3. Kopieren Sie den PKGBUILD.proto Prototyp von /usr/abs/ in ihr neues Verzeichnis, entfernen Sie das proto Suffix, und passen Sie den Dateiinhalt für das neue Paket entsprechend an.
  4. Starten sie makepkg in dem Arbeitsverzeichnis mit der PKGBUILD Datei.
  5. Installieren Sie das neue Paket mit pacman.
  6. Protzen Sie mit dem Paket vor ihren Freunden (oder schicken Sie es einem Archer, damit er/sie es dem Master ABS Baum hinzufügen kann).

5.2 Synchronisation Des ABS Baums

Sie können alle PKGBUILD-Dateien in /usr/abs aktualisieren, indem Sie das abs Skript als root ausführen. Dieses Skript benötigt das cvsup Paket, und wird sich beschweren, falls es nicht installiert sein sollte. Durch die Verwendung von CVS ist es möglich, verschiedenen Versionsbäumen in ABS zu folgen - dies kann in /etc/abs/supfile.arch konfiguriert werden. Das Standard supfile ist beispielsweise darauf ausgerichtet, den ''current'' Baum zu verfolgen, der recht bleeding-edge ist. Der ''stable'' Baum ist auf die letzte Release festgelegt, und ändert sich nicht so häufig wie ''current''. Sie können auch spezifische Versionen verfolgen. Lesen Sie die Kommentare im supfile für mehr Informationen.

Es gibt auch eine /etc/abs/supfile.unofficial Datei. Diese ermöglicht Ihnen den Zugriff auf alle inoffiziellen Buildskripte die nicht im ABS-Hauptrepository zu finden sind. Wenn Sie dieses Repository nicht benötigen, können Sie diese Datei auch löschen.

5.3 Die Erstellung Eigener Pakete

Dieser Prozess wird umfassend in der makepkg manpage erläutert. Lesen Sie diese für genaue Instruktionen zum Bau eigener Pakete.

  
5.4 Paketrichtlinien

Wenn Sie Pakete für ARCH LINUX bauen sollten Sie sich an die unten angegebenen Richtlinien halten, besonders dann, wenn Sie ihre Pakete ARCH LINUX zur Verfügung stellen wollen.

5.4.1 Paketnamen

5.4.2 Verzeichnisse

5.4.3 makepkg Aufgaben

Wenn Sie makepkg nutzen um ein Paket zu bauen, erledigt es die folgenden Punkte automatisch für Sie:

  1. Prüfen, ob die Paketabhängigkeiten installiert sind
  2. Herunterladen der Sources von entfernten Servern
  3. Entpacken der Sourcepakete
  4. Ggf. patchen der Sources
  5. Kompilation der Software und Installation in einem fake root
  6. Entfernen von usr/doc, usr/info, usr/share/doc und usr/share/info aus dem Paket
  7. Stripping der Binaries
  8. Stripping der Debug-Symbole aus Bibliotheken
  9. Generierung der Paket-Metadatendatei, die jedes Paket beinhaltet
  10. Komprimierung des fake root in eine Paketdatei

5.4.4 Anderes

5.4.5 Pakete Veröffentlichen

Beachten Sie folgendes bevor Sie Pakete veröffentlichen:

  1. Bitte fügen Sie eine Kommentarzeile an den Anfang der PKGBUILD Datei ein, die diesem Format entspricht:
       # Contributor: Your Name <your.email>
    
  2. Überprüfen Sie die Abhängigkeiten des Paketes sorgfältig (z.B. mit ldd auf dynamisch gelinkten Binaries, Existenz von Tools, die von Skripts benötigt werden, ...).
  3. Alle Pakete sollten als komprimierte tar-Dateien vorliegen, die ein Verzeichnis mit dem neuen Paket, die PKGBUILD, filelist und alle zusätzlich benötigten Dateien (patches, install, ...) enthalten. Der Name sollte mindestens den Paketnamen beinhalten.
  4. Laden sie den komprimierten Tarball auf ftp.archlinux.org/incoming hoch.
  5. Wenn ein neues Paket dort eintrifft, wird es einem Paketverantwortlichen zugewiesen, der es auf Erfüllung der obigen Bedingungen überprüft. Sollten irgendwelche Fragen auftreten, wird der Verantwortliche Sie per eMail kontaktieren.

  
6 Oft Gestellte Fragen (FAQ)

Hinweis: FAQs mit reflektivem Charakter sind aus der Sicht des Mannes geschrieben worden, der die ganze Sache angeleiert hat, Judd ''Apeiro'' Vinet.

6.1 Woher kommt der Name ARCH LINUX?

Von dictionary.com:

 arch (arch)
 adj.

 1. Chief; principal: their arch foe. (Hauptperson; meist: der Erzfeind)
 2. Mischievous; roguish: an arch glance. (Unheilvoll; schurkisch: ein unheilvoller Blick)
Ich bin in einem Buch über den wohlbekannten Begriff ''arch-enemy'' (Erzfeind, Anm. d. Ü.) gestolpert, und habe daraus geschlossen, dass ''arch'' in etwa ''der primäre'', ''Hauptperson'', also der, der vor allen anderen kommt, bedeutet. Vielleicht etwas fernab der Wahrheit, soweit es ARCH LINUX betrifft, aber ich bin stolz darauf. Die zweite Definition mag mehr oder weniger zutreffend sein; Ich denke es kommt darauf an, wie Sie ihren Computer benutzen. ;)

6.2 Worum geht es bei ARCH LINUX? Was versucht es zu erreichen?

ARCH LINUX ist meine perfekte Distribution, um es zusammenzufassen. Ich habe sie aus zwei Gründen erstellt:

  1. Ich habe keine andere Distribution gefunden, die meinen Idealen entsprach. Einige sind zwar recht nahe herangekommen, aber es gab immer nervige Eigenheiten oder künstliche Komplexität die mehr schadeten als nützten.
  2. Aus Spass, und um der free software Gemeinde etwas zurückzugeben, nachdem ich so viel genommen habe.

ARCH LINUX ist schnell. Alle Pakete wurden auf den i686 optimiert.

ARCH LINUX ist klein. Es installiert keine Programme, die man nicht unbedingt braucht, ausser man fordert sie explizit an. Pakete können sauber installiert und entfernt werden, keine Reste oder Unordnung. Selbst /usr/doc ist weg - wenn ich Dokumentation brauche lese ich sie im Netz, also ist /usr/doc für mich überflüssig.

ARCH LINUX ist einfach. Fast alle Werkzeuge und Paketverwaltungsprogramme sind bash-Skripte, ausgenommen der Paketmanager selbst. Es ist leicht, das flexible ARCH LINUX anzupassen. Die Paketdatenbank ist komplett plain text, und die init Skripte orientieren sich am BSD-Stil, nur mit sauberer Ausgabe und einer einfachen Methode Dienste zu starten/stoppen. Das Paketerstellungssystem ist simpel genug, so dass die Benutzer angespornt werden eigene Pakete zu erstellen. Das Arch Build System wird in einer einzigen manpage zusammengefasst (''man makepkg'').

ARCH LINUX ist flexibel. Aufgrund seiner Einfachheit kann AL leicht erweitert oder verändert werden, und sich so den Gegebenheiten anpassen.

6.3 Während der Paketinstallation versagt pacman bei der Auflösung der Abhängigkeiten von Paket A weil Paket B nicht im Paketset enthalten ist

Wenn nicht etwas ganz erheblich kaputt ist und sowieso bald von mehreren Leuten berichtet wird, haben Sie vermutlich einfach vergessen ihre Zielpartitionen korrekt zu mounten. Das führt dazu, dass pacman die Paketdatenbank in der Ramdisk dekomprimiert, welche flott bis zum Rand gefüllt ist und dann zu diesem Fehler führt. Achten Sie darauf, dass Sie die ''DONE'' anstelle der ''CANCEL'' Option im Filesystem Mountpoint Menüpunkt wählen um ihre Auswahl zu übernehmen. Dieser Fehler sollte nicht auftreten, wenn Sie die Auto-Prepare Funktion verwenden; In diesem Fall melden Sie dies bitte als Bug.

6.4 Wenn ich das System starte bekomme ich eine kernel panic: ''Unable to open initial console''

Sie haben vermutlich einen eigenen Kernel kompiliert und dabei vergessen DevFS Unterstützung auszuwählen. Wenn Sie den Kernel konfigurieren, stellen Sie sicher, dass ''/dev file system support'' und ''Automatically mount at boot'' ausgewählt sind. Sie müssen auch ''Prompt for development and/or incomplete code/drivers'' aktivieren, damit die DevFS Optionen erscheinen.

6.5 Wie kann ich Pakete von der CD mit pacman -sync installieren (so, dass Abhängigkeiten automatisch mit installiert werden)?

Wenn Sie lieber die Pakete von CD installieren möchten, anstatt sie aus dem Netz zu laden, mounten sie die CD irgendwo (z.B. /mnt/cd) und fügen Sie diese Zeile direkt unter der ''[current]'' Zeile in /etc/pacman.conf ein:

 Server = local:///mnt/cd
Ersetzen Sie /mnt/cd mit dem Mountpunkt, den sie ausgewählt haben. Dann benutzen sie pacman --sync wie üblich - Es wird nun das /mnt/cd Verzeichnis als erstes nach Paketen durchsucht.

6.6 Wie kann ich während der Installation mehrere Swap-Partitionen erstellen?

Offensichtlich können Sie nicht die Auto-Prepare Funktion nutzen wenn Sie mehrere Swap-Partitionen erstellen und einbinden wollen. Erstellen Sie die Partitionen manuell und fügen Sie einfach so viele Swap-Partitionen hinzu wie ihr kleines Herz begehrt. Führen Sie dann die restliche Installation fort und stören Sie sich nicht daran, dass Sie nur eine Swap-Partition während der Eingabe der Mountpunkte definieren können. Sobald die Installation abschlossen ist und Sie sich der Modifikation der Systemkonfigurationsdateien widmen, editieren sie die fstab um eine zusätzliche Zeile für jede von ihnen vorhin angelegte Swap-Partition hinzuzufügen. Kopieren Sie einfach die automatisch erstellte Swapzeile, und passen Sie das Device entsprechend ihres Setups an. Die zusätzlichen Swap-Partitionen werden beim nächsten Neustart durch den ''swapon -a'' Befehl in den initscripts automatisch verwendet.

Falls Sie aus irgendwelchen seltsamen Gründen nicht bis nach der Installation mit der Einbindung mehrerer Swaps warten können, müssen Sie eine Shell auf einer der virtuellen Konsolen öffnen und den ''swapon <Device>'' für jedes der Swapdevices ausführen die Sie im vorhinein partitioniert/vorbereitet haben. Danach können Sie wie oben beschrieben fortfahren.

Wenn Sie tatsächlich mit dem Gedanken spielen mehrere Swapdateien oder Partitionen anzulegen behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass ein swappender Kernel tatsächlich bitterlich nach mehr RAM und nicht mehr Swap schreit. Füttern Sie ihren Pinguin bitte ausreichend. Danke.

  
6.7 Wie konfiguriere ich LILO vom Rettungssystem aus?

Als erstes sollten Sie mit der Arch Installations CD oder den Disketten in das Rettungssystem booten. Sobald Sie in der Shell landen, mounten Sie die Root-Partition der Festplatte im /mnt Verzeichnis, z.B. so:

 # mount /dev/discs/disc0/part3 /mnt
Dann mounten Sie alle anderen notwendigen Paritionen in die entsprechenden Mountpunkte unterhalb dieses Roots, z.B. die /boot Partition:
 # mount /dev/discs/disc0/part1 /mnt/boot
Wiederholen Sie diesen Schritt bis alle wichtigen Partitionen gemountet sind, damit Sie im Anschluss aus dem Verzeichnis /mnt ihr aktuelles Root mit dem Kommando chroot /mnt machen können. Das wird eine neue Shell starten und Sie in das /mnt Verzeichnis verfrachten, das ab sofort als / gehandhabt wird. Nun können Sie ganz normal die /etc/lilo.conf bearbeiten, lilo starten und reparieren was repariert werden muss. Tippen Sie einfach exit wenn Sie aus diesem Root ausbrechen und zurück in den ursprünglichen Dateibaum wollen. Dann können Sie neu starten und ihre Änderungen ausprobieren.

6.8 Wenn ich versuche X zu starten wird /dev/mouse nicht gefunden

Da wir DevFS benutzen, heisst der PS/2 Mausanschluss entweder /dev/psaux oder /dev/misc/psaux. Wenn Sie zusätzlich einen /dev/mouse Symlink haben möchten, fügen Sie diese beiden Zeilen in ihre /etc/devfsd.conf ein, und starten Sie den devfsd Dienst erneut mit killall -HUP devfsd:

 REGISTER       ^misc/psaux$   CFUNCTION GLOBAL symlink misc/psaux mouse
 UNREGISTER     ^misc/psaux$   CFUNCTION GLOBAL unlink mouse
Jetzt sollten Sie und X /dev/mouse finden können.

6.9 Ich kann mit SSH nicht auf meinen Rechner zugreifen!

Editieren Sie ihre /etc/hosts.deny Datei. Die Standardkonfiguration lehnt alle eingehenden Verbindungen ab.

6.10 Wie bekomme ich KDE ans Laufen?

  1. Starten sie pacman -Sy kdebase kdelibs um eine grundlegende KDE Installation zu erhalten. Sie können später mehr Pakete hinzufügen.
  2. Loggen sie sich einmal aus und wieder ein, damit die Profile aktiviert werden.
  3. Bearbeiten Sie ihre ~/.xinitrc Datei. Deaktivieren Sie alle exec Zeilen, und fügen sie die Zeile exec startkde hinzu.
  4. Starten Sie startx um XFree86 und KDE zu laden.

6.11 Ich habe ein paar Pakete für ARCH LINUX gebaut, die nicht auf den AL-Servern verfügbar sind. Wollt ihr sie haben?

Sicher. Sie können die Pakete auf ftp.archlinux.org/incoming laden. Lesen Sie die Paketrichtlinien in Abschnitt 5.4 bevor Sie Pakete hochladen.

6.12 Wo sollte ich meine eigenen PKGBUILD Skripte lagern?

Wenn Sie ihre eigenen Pakete erstellen (oder vorhandene abändern), ist /usr/abs/local ein guter Platz. Speichern Sie sie nirgends unterhalb von /usr/abs, sonst werden sie bei der nächsten Aktualisierung des Baums mit abs üeberschrieben.

Sie können übrigens auch ihr eigenes pacman Quellverzeichnis mit den von Ihnen in /usr/abs/local erstellten Paketen verwalten. Lesen Sie die pacman manpage für Details.

6.13 Wie baue ich mein eigenes Kernelpaket?

  1. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis in /usr/abs/local (z.B. /usr/abs/local/kernel), und kopieren Sie alle Dateien aus einem offiziellen ABS Kernelverzeichnis dort hinein.
  2. Ersetzen Sie die vorhandene config Datei mit Ihrer eigenen.
  3. Starten Sie makepkg um das neue Paket zu erstellen.
  4. Sobald es fertig ist, aktualisieren Sie den laufenden Kernel mit pacman: pacman -Up kernel-pkgver-pkgrel.tar.gz. Ggf. möchten Sie vorher den alten /boot/vmlinuz nach /boot/vmlinuz-old kopieren, um im Zweifelsfall einen Backup-Kernel zu haben (Wenn Sie dies tun, vergessen Sie nicht das zweite Kernelimage der lilo.conf hinzuzufügen).
  5. Wenn Sie LILO nutzen, re-installieren Sie den Bootloader, damit die Änderungen wirksam werden (einfach lilo starten).
  6. Starten Sie ihren Computer neu.
Das ist alles!

6.14 Soll ich lieber ''make DESTDIR=$startdir/pkg install'' oder ''make prefix=$startdir/pkg/usr install'' in meiner PKGBUILD Datei verwenden?

Das hängt vom Makefile ab. Der beste Weg wäre in der Makefile.in und/oder Makefile Datei nach Instanzen von DESTDIR zu suchen. Wenn Sie DESTDIR finden, funktioniert höchstwahrscheinlich die erste Variante (normalerweise ideal). Wenn DESTDIR nirgends zu finden ist, versuchen Sie stattdessen die ''prefix='' Methode.

Ein paar seltsame Makefiles nutzen Konstrukte wie INSTALL_ROOT oder PREFIX_ROOT. Der einzige sichere Weg ist ein Blick in den ''install'' Abschnitt des Makefiles um nachzusehen, wie die Dateien installiert werden.

6.15 Wie bekomme ich die Abhängigkeiten eines Pakets heraus?

Versuchen Sie ihr Glück mit dem ''ldd'' Befehl auf die Binaries und dynamischen Bibliotheken des Paketes angewandt. Dies gibt eine Liste aller shared-object Bibliotheken aus, die zur Nutzung des Paketes nutwendig sind.

6.16 Wie verhindere ich, dass pacman während der Aktualisierung Dateien überschreibt?

Fügen Sie die Datei (ohne führenden Querstrich) der Liste auszuschliessender Dateien in der /etc/pacman.conf hinzu:

 [options]
 NoUpgrade = path/to/file

6.17 Wie bekomme ich den Sound ans Laufen?

Normalerweise ist es der users Gruppe nicht erlaubt Soundhardware zu nutzen. Um das zu ändern müssen Sie der /etc/devfs.conf Datei diese Zeilen hinzufügen (die zweite Zeile ist nur nötig, wenn Sie ALSA nutzen):

 REGISTER sound/.* PERMISSIONS root.users 660
 REGISTER snd/.*  PERMISSIONS root.users 660
Alternativ können Sie auch überlegen, ob Sie nicht lieber eine neue Gruppe mit Namen ''audio'' anlegen und ausschliesslich dieser Gruppe die obigen permissions geben. Das erlaubt es Ihnen Soundbenutzung einfach zu erlauben oder verbieten, indem sie den entsprechenden Benutzer der audio Gruppe hinzufügen oder ihn aus dieser entfernen.

6.18 Wo lade ich Module denn nun am besten?

Wenn Sie ein Modul ohne direkte Verbindung zur Hardware zum Bootup laden wollen, fügen Sie dessen Namen zum MODULES Array hinzu. Um das Modul erst beim Zugriff auf das Gerät zu laden, tun Sie das wie gehabt mit dem alias Kommando in the modules.conf. Um einem Modul Parameter zu übergeben, das Sie über den MODULES Array laden möchten, nutzen Sie bitte den ''options'' Parameter der modules.conf.

6.19 Ich erhalte ''line X'' Warnungen wenn ich Pakete aktualisiere!

Diese Warnungen bedeuten, dass Ihre pacman Version veraltet ist. Besonders nach einer frischen ARCH LINUX Installation sollten Sie als erstes pacman vor jedem anderen Paket aktualisieren:

 pacman -Sy pacman
Hinweis: Diese Warnung verhindert nicht die eigentliche Installation eines Paketes, aber kann dazu führen das Metainformationen in der Datenbank fehlen. Wenn sie auftritt aktualisieren Sie zuerst pacman, dann erneut das Paket bei dem Sie die Warnungen erhalten haben. Wenn pacman selbst diese Warnung erzeugt hat, installieren Sie pacman ebenfalls erneut, was dann ohne die Warnung passieren sollte.

Dennis Herbrich 2003-08-08